| In Osteuropa regieren die Optimisten |
HANDELSBLATT, 4.10.2004 HB/Dow Jones FRANKFURT/M. Nach dem jüngsten Aufschwung an den osteuropäischen Börsen rechnen die Manager von Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt in dieser Region mit einer Verschnaufpause. Anschließend wird es ihrer Meinung nach weiter nach oben gehen. Fondsmanager Jürgen Kirsch zählt zu den Optimisten. Der Experte der britischen Investmentgesellschaft Griffin Capital Management traut den osteuropäischen Märkten auf Sicht von zwei bis drei Jahren erhebliches Potenzial zu, obwohl er sich nun eine kleine technische Korrektur vorstellen kann. Kirsch will an diesem Aufschwung mit dem Griffin Eastern European Fund so erfolgreich teilhaben wie bisher. Mit einem Zwölfmonats- Wertgewinn von 25,76 Prozent liegt er auf dem fünften Platz unter 42 Konkurrenten (Tabelle). Auch Angelika Millendorfer von der österreichischen Gesellschaft Raiffeisen Capital Management kann sich eine Fortsetzung des Kursaufschwunges in Osteuropa im Tempo der vergangenen Wochen nicht vorstellen. Doch sie erwartet ebenfalls höchstens kurzfristige Korrekturen auf dem weiteren Weg nach oben. Der von ihr gesteuerte Raiffeisen-Osteuropa-Aktien liegt mit einem Gewinn von 24,39 Prozent auf Rang sieben. Oliver Borgis, Leiter Portfoliomanagement der Weberbank Privatbankiers, erscheint es auch für den privaten Investor sinnvoll, über ein Engagement in osteuropäischen Aktien nachzudenken. "Beide Fonds sind für den Anleger geeignete Produkte, um an den Entwicklungen der emporstrebenden Aktienbörsen Osteuropas zu profitieren", sagt er. Sowohl beim Griffin Eastern European Fund als auch beim Raiffeisen-Osteuropa-Aktien ist derzeit Russland mit jeweils gut 40 Prozent am prominentesten gewichtet. "In Russland ist der Mobilfunkbereich noch immer der interessanteste Sektor mit dem stärksten Wachstum", begründet Griffin- Mann Kirsch seine starke Übergewichtung in den Anbietern MTS und Vimpelcom. Zurückhaltend ist Kirsch hingegen bei russischen Ölkonzernen. "Der Ölpreis ist hoch, und das ist entsprechend in den Kursen enthalten", analysiert er. Raiffeisen-Fondsmanagerin Millendorfer hingegen ist für den Ölbereich in Russland weiterhin recht zuversichtlich. Denn beim Preis des Rohstoffes hätten die Analysten zuletzt die langfristigen Prognosen deutlich nach oben genommen. Um davon weiter zu profitieren, investiere sie in die Energiewerte Lukoil und Sibneft, die mit Kurs-Gewinn- Verhältnissen von rund acht interessant bewertet seien. |