HANDELSBLATT, 3.8.2004
HB/Dow Jones FRANKFURT/M. Ahmad Zuaiter hat derzeit einen Lauf. Seit Anfang des Jahres belegt der von ihm verwaltete Morgan Stanley-Emerging Europe and Middle East Equity Fund A kontinuierlich einen der beiden ersten Plätze unter den Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt in den europäischen Schwellenländern. In den vergangenen zwölf Monaten erzielte das Portfolio unter 42 Osteuropafonds den zweithöchsten Wertgewinn (siehe Tabelle).
Zuaiter investiert nicht nur in Polen, Ungarn, Tschechien und Russland,
sondern hat rund 40 Prozent der Fondsmittel an den nordafrikanischen
Aktienmärkten und den Börsen des Nahen Ostens angelegt. Rund 20 Prozent entfallen auf türkische Werte. ´Unserer Ansicht nach sind die
Konvergenzprämien an den Märkten Polens, Tschechiens und Ungarns bereits eingepreist´, erklärt Zuaiter seine Strategie.
Jens Wetter, Analyst bei Feri Trust, sieht den Fonds von Morgan Stanley als
´spannendes´ Experimentalprodukt. ´Fondsmanager, die signifikante Mehrwerte erzielen wollen, müssen in Bereiche mit hohen Intransparenzen und Bewertungsineffizienzen gehen´, sagt er.
Für Stefan Böttcher, Berater des in der Tabelle erstplatzierten JB
Multistock-Central Europe Stock Fund, ist jedoch bereits der türkische
Aktienmarkt ein zu heißes Eisen. ´Das Risiko ist dort etwa vier Mal so hoch
wie im Durchschnitt der weltweiten Schwellenländer. Wer dort investiert,
liegt entweder ganz vorne oder hat die rote Laterne´, sagt er.
Bei der Gestaltung des Central Europe Stock setzt Böttcher auf ein
konzentriertes Portfolio von nie mehr als 25 Beteiligungen. Übergewichtet
ist der Fonds momentan in Russland und Tschechien, untergewichtet hingegen in Ungarn und Polen. ´Wir sehen in Russland sehr viele niedrig bewertete Aktien´, sagt Böttcher. Für tschechische Konvergenzwerte sprechen seiner Ansicht nach Dividendenrenditen im zweistelligen Prozentbereich. Ungarische Titel seien zwar auf Grund der Rally der Landeswährung Forint sehr gut gelaufen, allerdings könne sich das Land seine Negativsalden in Haushalt und
Leistungsbilanz auf Dauer nicht leisten. Gegen den polnischen Aktienmarkt
sprechen nach Ansicht des Fondsberaters das Bewertungsniveau sowie die
Dominanz der Pensionskassen des Landes an der Warschauer Börse.