Am 1. November soll die neue EU- Kommission ihre Arbeit aufnehmen. Spätestens in der letzten Augustwoche will ihr Präsident, José Barroso, die Ressortverteilung bekannt geben. Abgesehen von den Niederlanden haben alle Mitgliedsländer ihre Kandidaten benannt. Hier die Liste samt
Parteizugehörigkeit:
Belgien: Außenminister Louis Michel (57; Mouvement Réformateur, liberal)
möchte das Ressort Entwicklungshilfe.
Dänemark: Ernährungsministerin Mariann Fischer Boel (61; Venstre,
rechtsliberal) wird vermutlich das Ressort Fischerei bekommen.
Deutschland: Erweiterungskommissar Günter Verheugen (60; SPD) wird von der Bundesregierung auf einem wirtschaftspolitischen Schlüsselposten wie
Wettbewerb oder Binnenmarkt gesehen.
Estland: Siim Kallas (55; Reformpartei, wirtschaftsliberal) ist amtierender
Premier. Seine Verwendung in der Kommission ist unklar.
Finnland: Olli Rehn (42; Zentrumspartei, bäuerlich-liberal), ehemals
wirtschaftspolitischer Berater der Regierung, ist amtierender
Industriekommissar. Ob er es bleibt, ist offen.
Frankreich: EU-Regionalkommissar Jacques Barrot (67; konservative UMP)
möchte ein wirtschaftspolitisches Schlüsselressort. Beobachter sind aber
skeptisch, ob er der richtige zum Beispiel für das Ressort Wettbewerb wäre,
da die Franzosen mit einer protektionistischen Politik versuchen, die
Unternehmen des eigenen Landes zu schützen.
Griechenland: Stavros Dimas (62; Neue Demokraten, konservativ) ist derzeit
EU-Kommissar für Beschäftigung und Soziales.
Großbritannien: Der frühere Nordirland-Minister Peter Mandelson (51; Labour) strebt ein wichtiges Wirtschaftsressort an.
Irland: Charlie McCreevy (55; Fianna Fáil; konservativ) ist Finanzminister
seines Landes. Seine Verwendung in der Kommission ist offen.
Italien: Rocco Buttiglione (56; UDC, konservativ) ist Europaminister.
Lettland: Sandra Kalniete (51; Volkseintracht, sozialistisch) war
Außenministerin.
Litauen: Die parteilose Dalia Grybauskaite (48) war Finanzministerin.
Luxemburg: Viviane Reding (53; Christlich-Soziale Partei) ist EU-Kommissarin für Bildung und Kultur.
Malta: Joe Borg (52; Nationalpartei, konservativ) war Minister für
Auswärtiges.
Niederlande: Die Regierung ist unentschlossen zwischen Agrarminister Cees Veerman (55; CDA, konservativ) fürs Ressort Landwirtschaft und
Ex-Verkehrsministerin Neelie Kroes (63; Volkspartei) fürs Verkehrsressort.
Österreich: Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (55; ÖVP, konservativ).
Polen: Die parteilose Danuta Hübner (56), die die Beitrittsverhandlungen für
ihr Land führte, ist für das Ressort Handel im Gespräch.
Portugal: Ex-Ministerpräsident José Manuel Durao Barroso (48;
Sozialdemokratische Partei) ist EU-Kommissionspräsident.
Slowakei: Jan Figel (44; Christdemokratische Partei) war Chefunterhändler
bei den Beitrittsverhandlungen.
Slowenien: Der parteilose Janez Potconik (46) war Europaminister und ist als Erweiterungskommissar im Gespräch.
Spanien: Währungskommissar Joaquin Almunia (56; Sozialistische Partei).
Sobald die EU-Verfassung in Kraft tritt - voraussichtlich 2007 -, soll er
durch Javier Solana ersetzt werden, der EU-Außenminister wird.
Schweden: Margot Wallström (50; Sozialdemokratische Partei) ist derzeit
Umweltkommissarin in Brüssel.
Tschechien: Der scheidende Regierungschef Vladimir Spidla (53;
Sozialdemokratische Partei) ist für die Ressorts Justiz, Erweiterung oder
Verkehr im Gespräch.
Ungarn: Peter Balazs (62; Sozialistische Partei) leitete die Verhandlungen über den Beitritt Ungarns zur EU.
Zypern: Markos Kyprianou (44; Demokratische Partei, liberal) war Finanzminister. lud