Fondsmanager behalten Zentraleuropa im Blick
"Konvergenz" hat für Stefan Amenda seit einigen Wochen einen neuen Klang. Bislang nutzte der Fondsmanager der Münchener Investmentgesellschaft Activest diesen Begriff wie die meisten seiner Berufskollegen ausschließlich, um die Annäherung der zentraleuropäischen Volkswirtschaften an die übrigen Mitgliedsländer der Europäischen Union zu beschreiben. Doch die Bedeutung des Wortes ist vielfältig und trifft auch auf das zu, was Amendas Arbeitgeber bevorsteht.
|
|
HB DÜSSELDORF. Nach der Übernahme der Activest-Mutter Hypo-Vereinsbank durch die italienische Unicredito muss die Gesellschaft sich an neue Strukturen gewöhnen und sich mit der deutlich größeren Unicredito-Tochter Pioneer arrangieren.
Wohin dieser Konvergenzprozess führt, ist noch offen. Eine deutliche Vorstellung hat der Manager des Activest EuroKonvergenz Rent dagegen vom weiteren Verlauf der zentraleuropäischen Integrationsanstrengungen. "Länder wie Polen, Tschechien oder Ungarn werden früher oder später den Euro einführen", ist sich Amenda sicher. Was dies bedeute, sei ebenso klar: "Die Zinsen in diesen Ländern müssen sich weiter westeuropäischem Niveau annähern." Davon will der Manager, dessen Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 74 auf europäische Währungen spezialisierten Rentenfonds Rang zwei belegt, auch künftig profitieren.
Die größten Chancen sieht Amenda nach wie vor in Polen, wo er ein Drittel des Fondsvermögens investiert hat. Die unmittelbar vor den EU-Referenden in Frankreich und den Niederlanden einsetzende Erholung der Landeswährung Zloty sieht er als Beleg dafür, dass der Triumph der Erweiterungs-Gegner vor allem Auswirkungen auf jene Länder haben wird, die bereits zur Eurozone gehören: "Darauf deuten auch die jüngsten Kursgewinne in der Türkei hin." Dort hält sich Amenda aber ähnlich zurück wie in Ungarn, wo er auf Grund der massiven strukturellen Probleme nur eine unterdurchschnittliche Entwicklung erwartet.
"In Relation zu den fundamentalen Risiken sind Forint-Anleihen derzeit ziemlich uninteressant", pflichtet Karel de Cuyper bei. Der Manager des auf Rang vier liegenden KBC Bonds Euro Candidates hat den Ungarn-Anteil seines Portfolios in den vergangenen Monaten deutlich heruntergefahren. Polen und die Türkei hält er dagegen weiter für aussichtsreich, auch wenn er die Lira derzeit meidet und lieber auf Euro lautende Bonds aus Ankara ins Depot nimmt.
"Im Bereich der europäischen Rentenfonds sind sowohl der Activest EuroKonvergenz Rent als auch der KBC Euro Candidates eine Empfehlung wert", bescheinigt Thomas Portig den beiden Managern eine gute Arbeit. Der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management in München sieht ihre Produkte ähnlich aufgestellt, auch wenn der Activest EuroKonvergenz Rent mit rund 90 Beteiligungen deutlich breiter gestreut sei.
|
|
|
| |
|